Die Trennung zwischen einer naturwissenschaftlich technischen Zivilisation und dem, was man Kultur nennt, hat gerade in Deutschland eine tief verwurzelte Tradition.
Obwohl die Ergebnisse naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung unser Leben stärker
als je zuvor bestimmen und naturwissenschaftliche Fragen und Antworten einen gewichtigen
Beitrag zu unserem Weltbild liefern können, gilt fehlender Einblick in die Methoden
der Naturwissenschaften kaum als Bildunglücke.
Allenfalls registriert oder fordert man die Ergebnisse dieser Forschung, um sie als
Argumentationshilfe z.B. im Zusammenhang mit der Klimaveränderung zu benutzen.
Daraus kann u.U. die paradoxe Situation entstehen, dass gerade mangelnder Einblick in die Methoden der Naturwissenschaften zu einer Überschätzung ihrer Möglichkeiten führt, oft gefolgt von totaler Ablehnung, wenn im Einzelfall die Vorhersagen nicht zutrafen oder gar nicht möglich waren.
Die NatJa möchte nun in lockerer Folge Vorträge organisieren, die möglichst interdisziplinär Einblick in die Arbeitweise naturwissenschaftlicher Forschung vermitteln.
| Karl Papenbrock |
Die Vortragsgesellschaft NatJa wurde am Dienstag, 22. Februar 2000, von den Gründungsmitgliedern Heinrich Frederking, Edith Gutsche, Karl Papenbrock, Heinrich Rademacher und Wolfgang Tofahrn ins Leben gerufen. Ziel der Gesellschaft ist die Organisation von Vorträgen in der Stadt Minden, die sich im weitesten Sinne mit naturwissenschaftlich-technisch-mathematischen Themen befassen. Dabei sollen aktuelle, fachliche durchaus anspruchsvolle und spannende Inhalte einem breitem Publikum nahegebracht werden.
NatJa („Naturwissenschaften Ja“) ist damit auf einem Feld aktiv, das bisher in Minden außerhalb der Schullandschaft nur wenig bestellt wurde. NatJa versteht sich nicht als Konkurrent zu den anderen musikalischen, künstlerischen und sportlichen Aktivitäten in unserer Heimatregion, sondern rundet das kulturelle Angebot ab. Wie bekannt, gibt es derzeit einen gewaltigen Mangel an Studierenden und Auszubildenden in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern und Berufsfeldern. NatJa möchte zum einen Interesse bei jungen Leuten an den Naturwissenschaften wecken und zum anderen möglichst vielen Mindenerinnen und Mindenern die Angst vor naturwissenschaftliche Inhalten nehmen.
Dazu werden pro Jahr etwa drei bis vier Vorträge organisiert. Details zu den bisher statt gefundenen Veranstaltungen findet man im Archiv dieser Seite. Selbstverständlich ist die Gründungsgruppe nicht geschlossen, sondern dankbar für jede Unterstützung personeller oder sonstiger Art. Schön wäre es, wenn andere Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen (sowie Sympathisanten) dazu stoßen würden. Eine Kontaktaufnahme ist z.B. über die Homepage per E-Mail oder im Gespräch nach den Vorträgen möglich. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei, da bislang allen Referenten trotz der qualitativ hochwertigen Vortragsleistungen auf Honorare verzichteten.
| Heinrich Rademacher |